Am 12. Juni wäre Anne Frank 96 Jahre alt geworden. Ihr Name steht wie kaum ein anderer für die Schrecken des Nationalsozialismus, aber auch für Hoffnung, Menschlichkeit und den unerschütterlichen Glauben an das Gute im Menschen. Ihr Tagebuch, geschrieben im Versteck vor der nationalsozialistischen Verfolgung, bewegt noch heute Millionen Menschen auf der ganzen Welt.
Als Schule ist es uns wichtig, nicht nur an Anne Frank zu erinnern, sondern ihre Geschichte als Anlass zu nehmen, um über unsere Gegenwart nachzudenken. Der Anne-Frank-Tag ist für uns mehr als ein Gedenktag – er ist ein Auftrag. In einer Zeit, in der Demokratie, Vielfalt und Menschenrechte erneut unter Druck geraten, sehen wir es als unsere Aufgabe, Haltung zu zeigen.
In Gedenken an Anne Franks letzten Geburtstag in Freiheit – ihren 13. Geburtstag am 12. Juni 1942, an dem sie Erdbeerkuchen bekam – haben wir mit allen Schülerinnen und Schülern ein gemeinsames Erdbeerkuchen-Essen veranstaltet. Diese einfache, aber bedeutungsvolle Geste verband uns über die Jahrzehnte hinweg mit Anne Frank und war ein stiller Moment der Erinnerung und des Innehaltens.
Wir setzen uns als Schulgemeinschaft aktiv für demokratische Werte, Toleranz und Zivilcourage ein. Dabei geht es nicht nur um Worte – sondern um Taten: durch Projekte, Diskussionen, Gedenkarbeit und tägliches Miteinander. Anne Franks Schicksal erinnert uns daran, wie schnell Vorurteile, Ausgrenzung und Hass zur Katastrophe führen können. Deshalb wollen wir aufstehen, wenn Unrecht geschieht – im Kleinen wie im Großen.
Anne Franks Leben endete viel zu früh. Doch ihre Stimme lebt weiter. An ihrem Geburtstag sagen wir als Schule: Wir erinnern. Wir mahnen. Wir handeln. Für eine offene, gerechte und demokratische Gesellschaft.

